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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ und damit ein nationaler Gedenktag, an welchem man in Deutschland, der EU und der Welt der über sechs Millionen Juden und der vielen anderen Opfer gedenkt, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden. Das Datum selbst erinnert an die Befreiung der Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945.

Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, der ab November 1994 mehrfach dafür plädierte, einen nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus einzuführen, und durch die wachsende politische Akzeptanz im Zuge nationaler und internationaler Gedenkveranstaltungen anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes in Europa einigten sich die Bundestagsfraktionen im Juni 1995 auf den 27. Januar als nationalen Gedenktag.

Am 3. Januar 1996 proklamierte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Herzog ging es zunächst nicht darum, das Gedenken als „ein in die Zukunft wirkendes Schuldbekenntnis der Deutschen zu machen", sondern die Erinnerung wachzuhalten, um aus ihr zu lernen und eine „Wiederholung – wo und in welcher Form auch immer – zu verhindern“. Hierbei sei die Verantwortung der Deutschen besonders groß, weil sich viele Deutsche während der Zeit des Nationalsozialismus schuldig gemacht hatten.

Der Nationalsozialismus sei nicht die einzige totalitäre Macht in der Geschichte, nicht die einzige, die Intoleranz, Entrechtung, Folter und Mord zum System machte. „Aber ohne wirkliches Beispiel war der in kalte Berechnung umgesetzte Wahn, der ganze Volksgruppen zunächst zu »Untermenschen« erklärte, dann entrechtete und schließlich ihre systematische »Vernichtung« organisierte.“ Herzog erinnerte daran, dass dieser Vernichtungswille sich nicht auf Juden beschränkte, sondern auch Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle und andere Gruppen betraf, die nicht der so genannten arischen Rasse angehörten oder vom nationalsozialistischen Menschenbild abwichen.

Es sei die Politik der kleinen Schritte gewesen, „die allmähliche Eskalation der Gemeinheit“, die schrittweise Entrechtung und Demütigung der Betroffenen, die so perfide wirkte und letztlich im massenhaften Morden endete.

Der Gedenktag dürfe keine Alibi-Veranstaltung sein, sondern solle dazu beitragen, dass die Bürger wenigstens einmal im Jahr darüber nachdenken, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist und vor allem ihre Lehren daraus ziehen. Und dies gerade inmitten des Alltags, nicht unbedingt im Rahmen einer – verordneten – Feierstunde. Besonders wichtig sei es, junge Menschen dafür zu erreichen. Sie sollen die Anfänge von Rassismus und Totalitarismus erkennen und sich rechtzeitig wehren.

Wenngleich eine Kollektivschuld des deutschen Volkes an den Verbrechen des Nationalsozialismus abzulehnen sei, bestehe gleichwohl eine kollektive Verantwortung. Zunächst dürfe das Erinnern nicht beendet werden, damit weiterhin Lehren für die Zukunft möglich sind. Zum zweiten sind die Lehren aus dem Geschehenen umzusetzen und das bedeutet, Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte und die Würde des Menschen zu schützen.

Der Tag solle als „nachdenkliche Stunde inmitten der Alltagsarbeit“ begangen werden, so Herzog. An öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen auf Halbmast gehisst als Zeichen der Erinnerung.

(Aus der Rede von Bundespräsident Roman Herzog vom 19. Januar 1996)

2005 wurde der 27. Januar von der EU zum europäischen Gedenktag und im selben Jahr von den Vereinten Nationen zum globalen Gedenktag („International Day of Commemoration in Memory of the Victims of the Holocaust“) erklärt.

2013 stellte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts unter das Motto "Rettung während des Holocausts - der Mut zu handeln" und möchte damit denjenigen Anerkennung zollen, "die ihr Leben und das ihrer Familien eingesetzt haben, um Juden und andere vor dem fast sicheren Tod während der NS-Herrschaft zu bewahren. Ihre Geschichten sind unterschiedlich. Einige versteckten die potenziellen Opfer bei sich zuhause, andere führten Familien in die Freiheit oder verschafften ihnen die nötigen Papiere zur Flucht. Alle haben sie etwas gemeinsam: Mut, Leidenschaft und moralische Stärke."


Veranstaltungen 2020 - Übersicht

(wird fortlaufend ergänzt)

Heinrich-Böll-Stiftung

Mo, 20.01.2020, 19 Uhr | li.wu. in der FRIEDA, Friedrichstr. 23, Rostock

Böll-Montagskino „Nacht und Nebel“ (32 min.) & „Nach Auschwitz“ (20 min.) & Gespräch mit Prof. Oliver Plessow, Historisches Institut der Uni Rostock

1955, zehn Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, entstand Alain Resnais' herausragende Dokumentation „Nacht und Nebel“ über die Verbrechen in den nationalsozialistischen Todeslagern als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung und als Aufruf gegen das Vergessen. 2014, fast 70 Jahre nach Kriegsende zeigt Jan Sobotka in seinem Kurzdokumentarfilm „Nach Auschwitz“ den Ort von einer völlig neuen Seite. Auschwitz als Arbeitsplatz, als Ort des Alltags. Die Angestellten beschäftigen sich mit der Erinnerung an den Tod von Millionen von Menschen, entrosten Koffer und Brillen der Opfer, katalogisieren Erinnerungsstücke und führen Touristen durch das Vernichtungslager. Der Film zeigt eine Wirklichkeit, die neben den Grauen, die dort passiert sind, auch existiert.

in Kooperation mit dem Lichtspieltheater Wundervoll

 

Konrad-Adenauer-Stiftung M-V

Freitag, 24.01.2020 (11.30 Uhr)

Hans Gál - ‚Immer wieder anfangen müssen‘

Zeitzeugengespräche mit Eva Fox-Gál und Musik

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus veranstaltet die Konrad-Adenauer-Stiftung M-V zusammen mit der Volkshochschule Schwerin und dem Konservatorium Schwerin ein Zeitzeugengespräch mit Eva Fox- Gál über den durch die Nationalsozialisten verfolgten Komponisten Hans Gál (1890-1987). Es werden außerdem Musikwerke des Komponisten erklingen. Die Zeitzeugin Eva Fox-Gál lebt in York (England) und kommt als Ehrengast nach Schwerin.

in Schwerin, Campus am Turm

Veranstalter / Kontakt:  

Konrad-Adenauer-Stiftung  M-V  

Konservatorium Schwerin

Volkshochschule „Ehm Welk“ der Landeshauptstadt Schwerin

https://www.kas.de/de/web/mv/veranstaltungen/detail/-/content/komponist-hans-gal-immer-wieder-anfangen-muessen

Montag, 27.01.2020 (19.00 Uhr)

Heimatlos. Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung

Vortrag mit Diskussion

Etwa vier Millionen Menschen – Kriegsheimkehrer und danach und bis heute Spätaussiedler – passierten im Laufe der Jahre die innerdeutsche  Grenze von Ost nach West und machten Station im niedersächsischen „Tor zur Freiheit“. Für die Eintreffenden bedeutete das Lager ein Durchatmen, aber auch Abschied und Endgültigkeit. Was bedeutet es, entwurzelt zu sein? Wie erlebt und empfindet man das Ankommen in einem neuen System?

Referent: Dr. Christopher Spatz, Historiker (Bremen)

Rostock

https://www.kas.de/de/web/mv/veranstaltungen/detail/-/content/27-01-2020-heimatlos-friedland-und-die-langen-schatten-von-krieg-und-vertreibung

Freitag, 07.02.2020 (18.00 Uhr)

Mod Helmy - Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete -

Lesung und Gespräch mit Igal Avidan

Nur 600 Menschen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als »Nichtarier« diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Der Journalist Igal Avidan fand Helmys ehemalige Patienten, besuchte seine Verstecke und zeichnet seine einzigartige Geschichte nach.

Rostock, Max-Samuel-Haus

https://www.kas.de/de/web/mv/veranstaltungen/detail/-/content/mod-helmy-wie-ein-arabischer-arzt-in-berlin-juden-vor-der-gestapo-rettete-1

 

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

„Endzeitverbrechen“ – Gedenk- und Vortragsveranstaltung in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald am 26. Januar

Sonntag, 26. Januar 2020, 14.00 Uhr Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung

anschließend: Vortrag und Diskussion mit Astrid Ley, stellv. Leiterin der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen

Am 27. Januar, der seit 1996 als offizieller Gedenktag den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist, jährt sich in diesem Jahr die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal. Aus diesem Anlass findet in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald bereits am Sonntag, 26. Januar 2020, um 14.00 Uhr eine Gedenk- und Vortragsveranstaltung statt. Sie beginnt mit einer Gedenkfeier am Mahnmal, bei der Kränze Blumen niedergelegt werden.

Im Anschluss daran hält die Historikerin Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, einen Vortrag zum Thema „Endzeitverbrechen – Opfer der Schlussphase des KZ Sachsenhausen“. Als die Rote Armee die Grenzen des Deutschen Reiches überschritt und zur Oder vorstieß, befahl die oberste SS-Führung die Evakuierung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Daraufhin führte die Lager-SS noch in den letzten Wochen vor Kriegsende mehrere Massenmordaktionen durch, bei denen mindestens 3000 Häftlinge ermordet wurden. Weitere 13.000 vorwiegend kranke oder jüdische Häftlinge wurden selektiert und in die Sterbelager Bergen-Belsen und Mauthausen transportiert.

Zu der öffentlichen Veranstaltung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

de DROM e.V.

3. Deutsch-israelische Kulturtage Mecklenburg-Vorpommern 26.Januar bis 25. Oktober

Kunst, Musik, Literatur, Film, Vorträge und Diskussionen

"SHOAH - Wie war es menschlich möglich?" - Ausstellung anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz - Internationaler Holocaust-Gedenktag 27. Januar

Eröffnung: 26.01.2020, 15:00 Uhr

Programm unter www.de-drom.de

 

Synagoge Stavenhagen

27. Januar 2020 Vortrag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust mit Dr. Dorothee Freudenberg: Schicksal Stavenhagener Juden im Nationalsozialismus

http://www.synagoge-stavenhagen.de/Aktuelles.html

 

Uwe Johnson-Bibliothek

27.01.2020, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - "Annas Spuren" Lesung und Vortrag zur Aktion T4 von Sigrid Falkenstein

http://www.uwe-johnson-bibliothek.de/veranstaltungen/

 

Universität Greifswald

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.2020, 19:00 Uhr - 27.01.2020, 21:00 Uhr Leben Event

Die Universität Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald laden ein zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Es referieren Dr. Christoph Kösters (Kommission für Zeitgeschichte, Bonn) und Prof. Dr. Thomas K. Kuhn (Universität Greifswald). Es moderiert Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann (Universität Greifswald). Es musizieren Angehörige der Musikschule Greifswald.

Montag, 27. Januar 2020, 19:00 Uhr

Aula der Universität Greifswald

Domstraße 11, Eingang 2, 17489 Greifswald

Organisator: Universität und Stadt Greifswald

https://www.uni-greifswald.de/universitaet/information/veranstaltungskalender/detail/n/gedenktag-fuer-die-opfer-des-nationalsozialismus-55285/

 

Stadtarchiv Neubrandenburg

27.01.2020 um 19 Uhr

Die Stadt Neubrandenburg widmet sich dem Thema Euthanasie während der NS-Zeit und hat den Neustrelitzer Autor Reinhard Simon eingeladen.

Simon stellt im Studienbereich des Stadtarchivs die Dokumentation „Domjücher Schicksale. Patienten der Heil- und Pflegeanstalt“ vor, für die er 2019 den Annalise-Wagner-Preis erhielt. Die Veranstaltung wird ergänzt durch einen persönlichen Beitrag von Christoph von Kaufmann, dessen Onkel Euthanasieopfer ist.

Außerdem stellt die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse eine kleine Ausstellung bereit, die den vorhandenen regionalen Bezug zur Thematik verdeutlicht.

 

Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwiglust-Parchim e. V.

Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus – 75 Jahre danach

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus geht zurück auf den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 und steht im Zeichen des Gedenkens an den Holocaust.

Für die Gedenkstätten in unserem Land bedeutet Erinnern und Gedenken vor allem, an den historischen Orten darauf hinzuweisen, welche Gefahren einer Gesellschaft aus der Verletzung von Demokratie und Menschenrechten erwachsen können. Nur durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte können Grundwerte wie Frieden, Freiheit und Demokratie vermittelt werden.

Gedenken und Gespräch in Ludwigslust am 26.01.2020

Bereits am Sonntag, dem 26. Januar 2020, findet um 14:30 Uhr an der Gedenkstätte „Am Bassin“ eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt. Zum Gedenken spricht der Bürgermeister Reinhard Mach. Im Anschluss findet ein Vortrag mit Gespräch über den Hamburger Filmemacher Gyula Trebitsch und seinen Weg vom Verfolgten des NS-Regimes zu einem der wichtigsten Filmproduzenten Deutschlands statt.

Gyula Trebitsch wurde 1914 als Sohn einer jüdischen Familie in Budapest geboren und ist dort aufgewachsen. Nach seiner Verhaftung und der Zwangsarbeit im jugoslawischen Bor kam er im November 1944 in das KZ Sachsenhausen und von dort in das Ravensbrücker Außenlager Barth. Im Frühjahr 1945 wurde er von dort in das Krankenrevier des KZ Ravensbrück überstellt. Das Lager wurde Ende April geräumt und ein Zug mit männlichen jüdischen Häftlingen in das KZ Wöbbelin geschickt.  Am 2. Mai 1945 wurde Gyula Trebitsch von den amerikanischen Soldaten befreit.

Er blieb in Deutschland und gründete 1947 gemeinsam mit Walter Koppel in Hamburg die „Real-Film GmbH“. Der größte Erfolg der beiden Produzenten war eine Oscar-Nominierung für den Film „Der Hauptmann von Köpenick“. Mit populären Familienserien wie „Die Bertinis“ ist Gyula Trebitsch Teil der deutschen Fernsehgeschichte geworden. Als Mitglied des Fördervereins der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin unterstützte er bis zu seinem Tod im Dezember 2005 dessen Arbeit als Zeitzeuge, auch in vielen Gesprächen mit Jugendlichen. Ramona Ramsenthaler stellt im Gespräch mit den beiden Kindern und Filmproduzenten Katharina und Markus Trebitsch die beeindruckende Lebensgeschichte Gyula Trebitschs vor.

Katharina und Markus Trebitsch signieren anschließend das Buch über Gyula Trebitsch, das vom Verlag Ellert & Richter herausgegeben wird.

An die Nachgeborenen! Gedenken am Ehrenfriedhof und Konzert in der Alten Synagoge Hagenow am 27. Januar 2020

Am Montag, dem 27. Januar 2020, findet um 17 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung des Landkreises mit Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof für 144 Opfer des KZ Wöbbelin in der Parkstraße in Hagenow statt. Die Gedenkrede hält der Landrat Stefan Sternberg. Im Anschluss findet um 18:00 Uhr in der Alten Synagoge, Hagenstraße 48, 19230 Hagenow anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 ein öffentliches Konzert statt.

Das Konzertprogramm "An die Nachgeborenen" mit Liedern zu Verfolgung, Widerstand und Befreiung greift dieses Datum auf: Bertolt Brecht und der Komponist Hanns Eisler schrieben diese Gedichte und Lieder als Exilanten in den USA, während in Europa ein Vernichtungskrieg und der nationalsozialistische Terror herrschten. Julia Barthe (Sopran), Gerd Jordan (Piano) und Inés Fabig (Rezitation) interpretieren diese Lieder zusammen mit Texten von Friedrich Hölderlin, Attila Józef, Sarah Kirsch, Ruth Klüger, Hilde Rubinstein. Sie berühren Themen wie Ausgrenzung, Angst, Verzweiflung und Hoffnung, die auch heute aktuell sind. Das Konzept dieses Programms stammt von André Rebstock. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

Das Konzert ist eine gemeinsame Veranstaltung des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. und der Stadt Hagenow mit Unterstützung durch die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin im Rahmen des Projektes "Hingucken und Einmischen".

Programm: Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 26. und 27.01.2020

Sonntag, den 26.01.2020

14:30 Uhr      Gedenkstätte Am Bassin, Ludwigslust  

Gedenken und Kranzniederlegung

Rede: Reinhard Mach, Bürgermeister der Stadt Ludwigslust

15:00 Uhr      Lichthof des Rathauses in Ludwigslust, Schlossstr. 38

Vortrag mit Gespräch über den KZ-Überlebenden Gyula Trebitsch

Gäste: Katharina und Markus Trebitsch, Hamburg

Montag, den 27.01.2020

17:00 Uhr      Ehrenfriedhof  Hagenow, Parkstraße

Gedenken und Kranzniederlegung

Rede: Stefan Sternberg, Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim

18:00 Uhr      Konzert „An die Nachgeborenen!“ in der Alten Synagoge Hagenow,

Hagenstr. 48

Es wird um Anmeldung zur Gedenkveranstaltung am 26. Januar 2020 um 15 Uhr im Rathaus Ludwigslust unter info(at)gedenkstaetten-woebbelin.de gebeten.

Die Veranstaltung wird durch die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin unterstützt und findet in Kooperation mit der Bibliothek der Stadt Ludwigslust statt.

 

Dokumentationsstätte Barth

27.1.2020 um 10 Uhr Gedenkveranstaltung am Mahnmal für das KZ Barth unter Beteiligung des Gymnasialen Schulzentrums Barth, der Evangelischen Gemeinde sowie anderer Vertreter der Öffentlichkeit

 

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

„Endzeitverbrechen“ – Gedenk- und Vortragsveranstaltung in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald am 26. Januar

Sonntag, 26. Januar 2020, 14.00 Uhr Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung

anschließend: Vortrag und Diskussion mit Astrid Ley, stellv. Leiterin der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen

Am 27. Januar, der seit 1996 als offizieller Gedenktag den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist, jährt sich in diesem Jahr die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal. Aus diesem Anlass findet in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald bereits am Sonntag, 26. Januar 2020, um 14.00 Uhr eine Gedenk- und Vortragsveranstaltung statt. Sie beginnt mit einer Gedenkfeier am Mahnmal, bei der Kränze Blumen niedergelegt werden.

Im Anschluss daran hält die Historikerin Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, einen Vortrag zum Thema „Endzeitverbrechen – Opfer der Schlussphase des KZ Sachsenhausen“. Als die Rote Armee die Grenzen des Deutschen Reiches überschritt und zur Oder vorstieß, befahl die oberste SS-Führung die Evakuierung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Daraufhin führte die Lager-SS noch in den letzten Wochen vor Kriegsende mehrere Massenmordaktionen durch, bei denen mindestens 3000 Häftlinge ermordet wurden. Weitere 13.000 vorwiegend kranke oder jüdische Häftlinge wurden selektiert und in die Sterbelager Bergen-Belsen und Mauthausen transportiert.

Zu der öffentlichen Veranstaltung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

Prora-Zentrum

Schüler-Exkursion zum Kurhaus Binz, 28. Januar 2020, 13.30 – 16.30 Uhr

Im Zusammenhang mit dem nationalen Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen im Jahr 1945, führt das PRORA-ZENTRUM eine Exkursion mit den SchülerInnen des Wahlpflichtkurses Geschichte (9./10. Jg.) des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in Bergen auf Rügen zum Kurhaus nach Binz durch.

Inhaltlich geht es um die Geschichte der vier ehemaligen jüdischen Besitzer des Kurhauses Binz, die in der NS-Zeit verfolgt und enteignet wurden. Zwei von Ihnen fielen dem Holocaust zum Opfer. Der Geschäftsführer des Binzer Kurhauses, Adalbert Bela Kaba Klein, der ungarischer Staatsbürger war, versuchte lange die Enteignung („Arisierung“) des Kurhauses durch die Nationalsozialisten zu verhindern. Aufgrund von Arbeitsmaterialien erschließen sich die SchülerInnen die Geschichte des Kaba-Klein und seiner drei Mitbesitzer in Gruppenarbeit. Für die Durchführung des Projektes stellt das Kurhaus Binz kostenlos einen Raum zur Verfügung. Abschließend werden die SchülerInnen an den „Stolpersteinen“ auf der Promenade vor dem Kurhaus, die das PRORA-ZENTRUM 2012 mit vielen Kooperationspartnern, u.a. dem Kurhaus, vom Kölner Künstler Gunther Demnig verlegen ließ, der vier jüdischen Kurhausbesitzer und zugleich aller Opfer des Nationalsozialismus gedenken.

 

Synagoge Röbel

Vorstellungsreihe mit dem israelischen Film "The Essential Link" in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung MV

Der Autor und Regisseur des Films Yonatan Nir wird bei den Vorführungen anwesend sein und über die Idee zum Film und seine Arbeit daran berichten.

31.01.2020 18.30 Uhr Max-Samuel-Haus Rostock: http://www.max-samuel-haus.de/veranstaltungen/index.html

01.02.2020 17.00 Uhr Kino Latücht Neubrandenburg: https://www.latuecht.de/

02.02.2020 16.00 Uhr Kino Kachelofenfabrik Neustrelitz: http://basiskulturfabrik.de/_new/filmdatenbank/593/

 

Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Gedenkstunde anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus

Am Dienstag, dem 28. Januar 2020 um 18.00 Uhr findet im Landtag Mecklenburg-Vorpommern die Gedenkstunde anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus im Plenarsaal statt.

Als Gedenkredner wird Yochanan Ron Singer, Überlebender der Shoah und Präsident des Weltverbandes der Bukowiner Juden, erwartet.

Beginn der Veranstaltung: 28. Januar 18:00 Uhr

Ende der Veranstaltung: 28. Januar 19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Plenarsaal


Leseempfehlungen (Auswahl)

Ulrike Puvogel, Martin Stankowsk & Stefanie Endlich et.al.

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Bd. 1

Bonn 1996 & 1999 | Seiten
Irene M. Tschermak

Überleben im Schatten der Angst.

Hildesheim 2014 | 178 Seiten

Zu diesem Thema gibt es aktuell keine Leseempfehlung.

Saul Friedländer, Orna Kenan

Das Dritte Reich und die Juden. 1933-1945.

München 2010 | 525 Seiten