Salzborn, Samuel

Globaler Antisemintismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne

Sonderauflage für die Bundeszentrale für politische Bildung | Bonn 2019 | 257 Seiten Verwaltungspauschale

Sowohl im rechten und linken Spektrum als auch im radikalen Islam lässt sich der Hass auf Juden einerseitsideengeschichtlich nachzeichnen, anderseits an aktuellen Beispielen belegen. Samuel Salzborn versteht Antisemitismus als negative Leitidee der Moderne, der eine grundsätzliche Ablehnung von Aufklärung, Liberalismus und Rationalität zu Grunde liegt. Die antisemitische Denkweise zeigt sich unter anderem in der Unwilligkeit, abstrakte, komplexe oder ambivalente Strukturen anzuerkennen, die die moderne Welt kennzeichnen, und fußt auf einer Fantasie, die Juden als homogenes Kollektiv wahrnimmt. Die kulminiert in der Vorstellung einer "jüdischen Weltverschwörung", die ein strukturelles Merkmal rechtsextremer, antiimperialistischer und islamischer antisemitischer Positionen darstellt. In Bezug auf den Staat Israel drückt sich der Antisemitismus, so Salzbron, in einer Strategie der "Dämonisierung, Delegitimierung und Doppelstandardisierung" aus, die der Autor auch der internationalen BDS (Boycott, Divestment and Sanctions-)Kampagne attestiert.


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